24. Juni 2026
Wirtschaft

EU-Datenrecht 2026: Praxis-Checkliste für Gründer:innen

Der EU-Datenakt, der 2026 in Kraft tritt, hat weitreichende Auswirkungen auf SaaS-, IoT- und KI-Startups. Diese Checkliste bietet wichtige praxisnahe Hinweise für Gründer:innen.

vonJonas Schulz24. Juni 20263 Min Lesezeit

Der EU-Datenakt wird ab 2026 in Kraft treten und hat die Absicht, die Nutzung und den Zugang zu Daten innerhalb der Europäischen Union zu regulieren. Für Gründer:innen im Bereich Software as a Service (SaaS), Internet der Dinge (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI) bedeutet dies, dass sie sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen müssen. Eine praxisnahe Checkliste kann dabei helfen, die verschiedenen Aspekte des Gesetzes zu verstehen und umzusetzen. Diese Liste ist nicht nur für die Rechtsabteilung von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die technische sowie strategische Planung von Startups wichtig.

Zunächst ist es entscheidend, die unterschiedlichen Datentypen zu klassifizieren, die im Rahmen des neuen Gesetzes erfasst werden. SaaS-Anbieter sollten sich fragen, welche Daten sie von ihren Nutzern erheben, speichern und verarbeiten. Dies betrifft sowohl personenbezogene Daten als auch anonymisierte oder aggregierte Daten. Die Regelungen im Rahmen des EU-Datenaktes werden darauf abzielen, die Rechte der Nutzer zu stärken und den Zugang zu diesen Daten transparent zu gestalten. Gründer:innen sollten sicherstellen, dass sie Prozesse implementieren, die sowohl dem Datenschutz als auch der Datensicherheit entsprechen. Hierbei kann die Implementierung von Privacy by Design- und Privacy by Default-Prinzipien von Vorteil sein, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen.

Für IoT-Startups ist es unerlässlich, die Interoperabilität der Geräte zu berücksichtigen. Der EU-Datenakt sieht vor, dass Daten zwischen verschiedenen Geräten und Plattformen ausgetauscht werden müssen. Unternehmer sollten daher sicherstellen, dass ihre Produkte nicht nur in der Lage sind, Daten zu sammeln, sondern auch, diese in einem standardisierten Format zur Verfügung zu stellen. Die Entwicklung offener Schnittstellen und die Einhaltung von bestehenden Standards können dabei helfen, die erforderlichen Voraussetzungen für den Datenzugang zu schaffen. Dies hat nicht nur rechtliche, sondern auch wirtschaftliche Implikationen, da die Möglichkeit zum Datenaustausch neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

Im Bereich der Künstlichen Intelligenz sind auch weitere Regulierungen zu beachten. Der Umgang mit Daten zur Verbesserung von KI-Modellen muss im Einklang mit den Vorgaben des EU-Datenaktes stehen. Gründer:innen müssen darauf achten, dass sie die Daten, die sie für das Training ihrer Modelle verwenden, rechtmäßig erheben und verarbeiten. Dies beinhaltet auch die Berücksichtigung von Rechten Dritter und das Einholen der notwendigen Zustimmungen von Nutzern, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden. Ein transparentes Datenmanagement verbessert nicht nur die Rechtskonformität, sondern kann auch als Wettbewerbsvorteil im Markt angesehen werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherstellung der Datensouveränität. Unternehmen sollten sich darüber im Klaren sein, wo ihre Daten gespeichert werden und welche Drittanbieter involviert sind. Der EU-Datenakt erfordert, dass Unternehmen ihre Nutzern die Kontrolle über ihre Daten zurückgeben. Gründer:innen müssen daher klare Strategien entwickeln, um den Nutzern die Möglichkeit zu geben, ihre Daten zu verwalten und zu entscheiden, wie diese verwendet werden können. Die Entwicklung von benutzerfreundlichen Schnittstellen sowie die Schaffung eines umfassenden Einblicks in die Datennutzung kann dazu beitragen, das Vertrauen der Kunden zu stärken und rechtlichen Risiken vorzubeugen.

Abschließend sollte die Schulung von Mitarbeiter:innen ein zentraler Bestandteil der Vorbereitung auf den EU-Datenakt sein. Gründer:innen müssen sicherstellen, dass alle Teammitglieder die neuen Regelungen verstehen und wissen, wie sie in der Praxis angewendet werden. Regelmäßige Schulungen und die Etablierung einer Unternehmenskultur, die den Datenschutz fördert, sind dafür unerlässlich. Die Implementierung effektiver Richtlinien und Verfahren wird nicht nur dazu beitragen, das Unternehmen auf die bevorstehenden Änderungen vorzubereiten, sondern auch die Wahrscheinlichkeit von möglichen Datenschutzverletzungen zu verringern. Diese Punkte bieten einen wertvollen Leitfaden für Gründer:innen, um sicherzustellen, dass sie die Anforderungen des EU-Datenakts erfolgreich umsetzen und gleichzeitig das Wachstum ihres Unternehmens fördern.

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